Jasna Krajinovic
Jasna Krajinovic wurde in Slowenien geboren. Nach ihrem Studium der französischen und englischen Literatur an der Philosophischen Fakultät der Universität Ljubljana begann sie 1992 ein Studium an der Akademie für Theater und Film, das sie nach zwei Jahren beendete. Anschließend zog sie nach Brüssel, Belgien, wo sie Filmregie am Nationalen Institut für Darstellende Künste (INSAS) studierte. Seit ihrem Abschluss 1999 widmet sie sich dem unabhängigen Filmschaffen.
Filmografie – Regie
2002/03 – Saya & Mira
Dokumentarfilm. Die Geschichte einer alten Frau und eines jungen Mädchens, die beide nach dem Krieg in Bosnien auf der Suche nach einem Zuhause sind. Der Film wurde gemeinsam mit Arte France produziert und auf zahlreichen europäischen Filmfestivals gezeigt.
2006 – Two Sisters
Dokumentarfilm über die allgegenwärtige Gefahr von Landminen an der Grenze zwischen Kosovo und Albanien und über die tiefe Verbundenheit zweier Schwestern. Ihre Liebe zueinander gibt ihnen den Mut, ihre Angst zu überwinden. Der Film wurde auf Festivals in ganz Europa sowie in Kanada und Vietnam gezeigt und erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Special Jury Mention beim Ecocinema Film Festival in Athen, den Prix Coop Breizh bei den Rencontres du cinéma Européen de Vannes und den Preis für den besten Dokumentarfilm des Jahres der SCAM in Paris.
2008 – Damian’s Room
Dokumentarfilm. Damian beging im Alter von 15 Jahren eine Straftat. Fünf Jahre später begegnet ihm die Filmemacherin erneut und begleitet die letzten Monate seines Gefängnisaufenthalts sowie seine ersten Monate in Freiheit. Der Film bietet einen eindringlichen Einblick in die slowenische Gesellschaft. Er wurde auf zahlreichen europäischen Festivals gezeigt und mit mehreren Preisen ausgezeichnet, darunter der Prix Étoile der SCAM in Paris, der Grand Prix des Internationalen Festivals für unabhängigen Film in Brüssel und der Preis „L’Oiseau d’Or“ in Ljubljana.
2012/13 – Summer with Anton
Dokumentarfilm. Der Film begleitet Anton, einen zwölfjährigen Jungen in Russland, der seine Sommerferien in einem militärischen Ferienlager für Kinder verbringt. Mit jeder Bewegung und jeder Geste verschwindet das Kind zunehmend – und ein Soldat beginnt zu entstehen. Der Film wurde auf rund 40 internationalen Festivals gezeigt und mehrfach ausgezeichnet, unter anderem beim RIDM in Montréal, beim Festival des droits de l’Homme in Paris, beim Dokumentarfilmfestival München, beim Dokumentarfilmfestival in Gdansk sowie beim Festival Jean Rouch in Paris.
2016/17 – The Empty Room
Dokumentarfilm. Sabri war erst 18 Jahre alt, als er nach Syrien ging und seine Familie in großer Verzweiflung zurückließ. Seine Mutter Saliha beschließt, öffentlich über das Schicksal ihres Sohnes zu sprechen und aktiv zu werden. Der Film begleitet ihre Geschichte und die anderer Familien, die gemeinsam gegen jihadistische Netzwerke kämpfen, die junge Menschen ideologisch beeinflussen und radikalisieren. Der Film wurde unter anderem mit dem Grand Prix beim Doc Artfest in Neubrandenburg, einer Special Mention beim Festival Sguardi Altrove in Mailand, dem Grand Prix beim Festival Filmes do Homem in Portugal und dem Grand Prix von Movies that Matter in Den Haag ausgezeichnet.
2017 – My Daughter Nora
Kurzer Dokumentarfilm. Nora war 18 Jahre alt, als sie sich jihadistischen Gruppen in Syrien anschloss. Seitdem lebt ihre Mutter zwischen der Hoffnung, ihre Tochter eines Tages wiederzusehen, und der Angst, sie für immer zu verlieren. Der Film erhielt zwei Special Mentions und wurde weltweit auf Festivals gezeigt.